Ausstellung “Martin Luther und das Judentum”

Ausstellung “Martin Luther und das Judentum – Rückblick und Aufbruch”

4. Oktober bis 31. Oktober 2016
Martin Luther und das Judentum –
Rückblick und Aufbruch
Ausstellung in der Matthäus-Kirche Steglitz
Schloßstraße 44, 12165 Berlin
Täglich von 11 bis 15 Uhr
Weitere Termine nach Vereinbarung:
Evangelische Matthäus-Gemeinde Berlin-Steglitz
Telefon (030) 791 90 44
E-Mail: gemeinde@matthaeus-steglitz.de
Bild rechts zeigt Ausschnitt aus dem Weimarer Altarbild
von Lucas Cranach (sen./jun.) mit dem Motiv
Gesetz und Evangelium (Stadtkirche St. Peter und Paul, 1555)
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Martin Luther hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschlich zu behandeln. Später hat er sie unerträglich geschmäht und die Anwendung von Gewalt gegen sie gefordert.
Auch sein übriges Schrifttum lässt keinen Raum für jüdisches Leben. Alles Licht fällt auf die Seite des Evangeliums, alles Dunkel auf die jüdische Seite, symbolisiert vom Gesetz
ohne Gnade.
Lucas Cranach und seine Schule haben diese Auffassung Luthers auf vielen Bildern umgesetzt. Durch Wort und Bild ist seine negative Sicht der Juden durch die Jahrhunderte hin wirksam geworden. Das jüdische Selbstbild blieb bedeutungslos, obwohl Jesus, wie Luther anfangs betonte, „ein geborner Jude“ war.
Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dem lastenden Erbe von Luthers Judenfeindschaft zu stellen. Hier reiht sich die Ausstellung ein. Sie wird
von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem Touro College Berlin getragen. Auf ihren Tafeln erhalten jüdische und christliche Perspektiven Raum.

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