DSD fördert die Kirchenfenster

Hochmodern und wagemutig

Um sich einen Eindruck vom Einsatz der Fördermittel der privaten Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) zu verschaffen, besucht bei einem Pressetermin am Mittwoch, den 22. November 2017 um 13.30 Uhr Dr. Beatrix Behrends-Steins vom Ortskuratorium Berlin der DSD zusammen mit Marcus Grühn von der Beck’schen Stiftung und Thomas Dumke von Lotto Berlin die Pastorin Dr. Rajah Scheepers in der Matthäuskirche in Berlin-Steglitz. Für die Restaurierung der Kirchenfenster der Kirche stellt die Denkmalstiftung dank der Beck’schen Stiftung und der Lotterie GlücksSpirale in diesem Jahr 88.000 Euro zur Verfügung.

Die Matthäuskirche liegt unweit der heutigen Einkaufsmeile Schloss-Straße mitten in Steglitz hinter parkartigen Außenanlagen. Der neogotische Entwurf des Kirchenbaus wurde 1876 begonnen und fünf Jahre später fertiggestellt. Den klassischen Ziegelbau überragt ein Turm mit einem etwa 20 Meter hohen Spitzhelm. Er steht – dem Bauplatz geschuldet – im Südosten, der Altar im Nordwesten. Das ausladende Querhaus und der eingezogene rechteckige Chorschluss erwecken im Grundriss den Eindruck eines Zentralbaus. Die innere Anordnung folgte überwiegend dem Eisenacher Regulativ. Von der Gebäudeaußenhaut über die ursprüngliche Ausstattung und reiche Bemalung des Innenraums bis hin zur Form des Abendmahlgeräts hat man sich in allem an der lokal-märkischen Formensprache orientiert.

Die in rotem Backstein ausgeführte Matthäuskirche, eine der ersten neogotischen Kirchen im Berliner Raum, besitzt einen mächtigen, schräggestellten Triumphbogen, der vom Hauptraum in den schmaleren Chor überleitet. Der Innenraum wurde in den Nachkriegsjahren neugestaltet. Die Grundstruktur wurde nicht verändert, nur die Raumschalenfassung. Die 1943/1944 zerstörten Kirchenfenster wurden zunächst in der Sakristei, 1959 im Altarraum und 1967 schließlich im Kirchenschiff erneuert.

Im Kontext des Berliner Kirchenbaues ist das Besondere an der Matthäuskirche der Umstand, dass ein einfacher preußischer, an der Berliner Bauakademie ausgebildeter Baubeamter den Stil der damals hochmodernen Neugotik für den Neubau wählte, während in Berlin und Umgebung noch viele Jahre der Rundbogenstil der Schinkelschule Bestand hatte.

Die Matthäuskirche gehört zu den über 170 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Berlin fördern konnte.