Glaubenssätze

Die Glaubenssätze
Freiheit in der Gemeinde – Evangelische Profilierung nicht nur im Kirchengebäude

Die Idee zu den Glaubenssätzen resultierte aus dem reformatorischen Freiheitsverständnis, was als Freiheit zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit den Wurzeln und der gegenwärtigen Gestalt von Kirche verstanden wird.

Das Kirchengebäude der Matthäus-Gemeinde ist im Jahr 2016 in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, da der Kirchturm vom Einsturz bedroht gewesen ist und dann mit öffentlichen, kirchlichen und privaten Mitteln saniert wurde. Durch die Einrüstung des Kirchturmes ist dieser aus seinem Schattendasein herausgetreten und in das Blickfeld im Herzen von Steglitz gerückt, an einer der einkaufsstärksten Straßen der Hauptstadt.

Diesen Moment möchten wir aufnehmen, verstetigen und inhaltlich profilieren – durch eine Rückbesinnung auf unser reformatorisches Erbe und einen Diskurs innerhalb der Gemeinde, welche Bedeutung dieses historische Erbe heute für uns als Gemeinde hat. Unter unserem Kirchturm, dem weithin öffentlichen Zeichen für die Existenz unserer Gemeinde, wollten wir als Gemeindekirchenrat einen Prozess der „Inneren Missionierung“ im Sinne einer evangelischen Profilierung aller Gemeindeglieder und Gruppen initiieren.

Das Ergebnis waren als deutlich sichtbares Zeichen über das ganze Jahr 2017 hinweg Banner mit Glaubenssätzen von Menschen aus unserer Gemeinde im Gemeindehaus. Das Ziel war, dass die Gemeindeglieder ihre Gemeinde als einen Ort der Freiheit entdecken – in dem Sinne, wie Martin Luther dies vor knapp 500 Jahren in seiner Freiheitsschrift entworfen hat. Hier sollen und dürfen sie frei sein von gesellschaftlichen Zwängen, hier sollen und dürfen sie frei sein, zu glauben und zu zweifeln. Und frei, ihren Platz vor Gott einzunehmen.