Ausführliche Geschichte der Gemeinde

Mitte 13. Jhd. Gründung des Dorfes Steglitz
Bau der Dorfkirche (13,8 m lang, 7,6 m breit, 4,7 m hoch)
01.11.1539 Joachim II., Kurfürst zu Brandenburg, bekennt sich zur Reformation
1540 Der katholische Pfarrer tritt nicht zum evangelischen Glauben über und verlässt Steglitz. Die Pfarrstelle wird nicht neu besetzt. Steglitz wird Tochtergemeinde von Giesensdorf und wird in Zukunft von dem Giesensdorfer Pfarrer betreut.
1602 ältester erhaltener Eintrag im Kirchenbuch Matthäus
1605 – 1810 lückenlos geführtes Kirchenbuch
1838 Eröffnung der Bahnlinie Berlin – Potsdam. Sie führt ohne Halt durch Steglitz.
1848 provisorischer Haltepunkt an der Bahnlinie Berlin – Potsdam in Steglitz
Parzellierung des Gutes Steglitz (zwischen Albrecht- und Birkbuschstr., “Kolonie Steglitz”), Zuzug von Handwerkern, Gewerbetreibenden und Beamten
1869 Einrichtung eines ständigen Haltepunktes an der Bahnlinie Berlin – Potsdam
28.03.1870 Zusammenschluß des Dorfes und der Kolonie Steglitz zu einer Gemeinde, 1. Gemeindevorsteher: Gottlieb Berlinicke
1873 Parzellierung des Fichtenberges
1873 Neben dem Giesensdorfer Pfarrer Carl Friedrich Stephani wird der Hilfsprediger Arthur Wuthenow eingestellt; er ist für Steglitz zuständig.
ab 08.04.1874 liegen lückenlos die Protokollbücher des Gemeindekirchenrates vor.
01.07.1877 Grundsteinlegung für die Matthäus-Kirche: 1. sakraler Neubau in einem Vorort von Berlin
Die steigenden Einwohnerzahlen (1800: 137 Bewohner, 1855: 648 Bew., 1875: 5.467 Bew., 1900: 21.474 Bew., 1905: 32.905 Bew.) machen einen Kirchenneubau notwendig.
17.08.1877 Hilfsprediger Arthur Wuthenow wird 2. Prediger von Giesensdorf, weiterhin mit Schwerpunkt für die Steglitzer Gemeinde.
28.11.1880 Einweihung der neuen Steglitzer Kirche am 1. Advent
1881 Abriss der baufälligen Dorfkirche
10.11.1883 Pflanzung der Luther-Eiche (rechts neben dem Kirchturm)
04.06.1890 Gründung des 1. Kirchenchores unter Leitung des Kantors Franz Krumm (aufgelöst 1909)
01.07.1893 Trennung der Kirchengemeinde Steglitz von der Muttergemeinde Giesensdorf
24.09.1893 Einführung von Arthur Wuthenow (-1905) als 1. Steglitzer evangelischer Pfarrer (erstmalige Wiederbesetzung der Pfarrstelle in Steglitz seit der Reformation). Die 2. Pfarrstelle wird mit Dr. Oskar Bogan (- 1918) besetzt; seine Schwerpunkte sind u.a. Kindergottesdienst (mit 500 und mehr Kindern), Aufbau der Arbeit mit Ehrenamtlichen.
1897 Baubeginn des Pfarrhauses Rothenburgstr. 32 (Wohnungen für beide Pfarrer und den Kirchendiener, Konfirmandensaal und Küsterei).
1898 Fertigstellung des Pfarrhauses Rothenburgstr. 32, Kosten 66.000 Mark
1907 Fertigstellung des Gemeindehauses Mittelstr. 33 (Kosten 180.000 Mark) mit einem Gemeindesaal für 500 Personen, 2 Konfirmandensäle, Räume für ein Kinderheim, Wohnungen für Hauswart und Gemeindeschwestern.
1909 Pfarrer Dr. Bogan gründet das “Kirchliche Familienblatt für die evangelische Gemeinde Steglitz”
02.01.1911 Die Steglitzer Gemeinde zählt 67.000 Glieder und hat 6 Pfarrstellen. Baubeginn einer 2. Kirche der Steglitzer Gemeinde mit Dienstgebäuden nach den Plänen von Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann; die Kirche erhält den Namen des Evangelisten Markus, die alte Steglitzer Kirche den von Matthäus.
28.04.1912 Einweihung der Markus-Kirche
1913 Grundsteinlegung für die 3. Kirche der Gemeinde (Lukas) auf dem Friedrichsruher Platz
1917 Pflanzung einer Eiche zum 400. Jahrestag der Reformation
21.09.1919 Einweihung der Lukas-Kirche (3. Kirche der Gemeinde)
27.04.1920 Eingemeindung von Steglitz – des größten Dorfes Preußens mit 83.366 Bewohnern – als 12. Bezirk (mit Lichterfelde, Lankwitz und Südende) Berlins (von Teltow “freigekauft”)
1928 1. Kinderkrippe der Gemeinde in der Birkbuschstr. 15 (für 28 Kinder)
1928 – 1930 Bau des Gemeindehauses für die Markus-Gemeinde in der Albrechtstr. 81-82
1929 – 1930 Bau des Matthäus-Gemeindehauses in Form einer Drei-Flügel-Anlage, die sich über eine Pfeilerhalle zur Schloßstr. öffnet – Architekt: Prof. Otto R. Salvisberg (der u.a. das Wertheim-Kaufhaus in der Schloßstr., Siedlung Onkel-Toms-Hütte und “Weiße Stadt” in Reinickendorf entworfen hat), ausführende Baufirma: Richter & Schädel, Berlin-Steglitz
ab 1933 Kirchenkampf auch in Matthäus zwischen den (den Nazis nahestehenden) “Deutschen Christen” und den Anhängern der 1934 gegründeten “Bekennenden Kirche”
1943 (?) Der Saalflügel des Gemeindehauses beherbergt ein Reservelazarett der Wehrmacht.
01.03.1943 Bei einem Luftangriff werden fast alle Kirchenfenster durch Druckwellen zerstört. Aus den schwer zerstörten Wohngebieten werden die Möbel in dem Kirchenraum untergestellt.
18.07.1943 Gottesdienste finden wieder in der Matthäus-Kirche statt.
Januar 1944 Brandbomben im Kirchturm und auf dem Kirchendachboden (ohne größere Schäden)
26.04.1945 Hauptkampflinie an der Grundewaldstr. – Rathaus Steglitz
. Gottesdienst nach Kriegsende
20.05.1945 Gottesdienst zur Einführung der neuen Kirchenleitung durch Generalsuperintendent (“Bischof”) Dr. Otto Dibelius mit 3.000 Teilnehmern
01.04.1948 Der Kirchenkreis Kölln-Land wird aufgeteilt in die Kirchenkreise Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf. Der Kirchenkreis Steglitz hat 3 Gemeinden: Steglitz (3 Kirchen mit 12 Pfarrstellen: Matthäus, Markus, Lukas; Südende kam erst zum 1.8.1955 von Mariendorf nach Steglitz), Lichterfelde (5 Kirchen mit 10 Pfarrstellen: Giesensdorf, Johannes, Martin-Luther, Paulus, Petrus) und Lankwitz (2 Kirchen mit 3 Pfarrstellen: Dorfkirche, Dreifaltigkeit). Erster Superintendent des Kirchenkreises Steglitz wird Bruno Tecklenburg (bis 1965).
1949 Gründung des “Matthäus-Boten”
01.04.1950 Teilung der Gemeinde Steglitz in 3 selbstständige Gemeinden (mit jeweils 4 Pfarrstellen): Lukas, Markus und Matthäus, verbunden noch durch ein gemeinsames kirchliches Verwaltungsamt (Sitz in Matthäus).
1957 Renovierung und innerer Umbau der Kirche durch Architekt Dr. Gabler
1958 neue Orgel von der Fa. Walcker, Stuttgart
1963 Bau der Kirche in Steglitz-Nord (später Patmos-Kirche)
01.10.1963 Teilung der Matthäus-Gemeinde: Patmos wird eine eigenständige Gemeinde.
10.10.1964 Grundsteinlegung für die Kindertagesstätte “Johann-Friedrich-Oberlin” in der Schützenstr. 32
19.02.1966 Einweihung der Kindertagesstätte
06.02.1967 Trauergottesdienst in Matthäus für Bischof Dr. Otto Dibelius
1968 Der Miniclub im Gemeindehaus wird gegründet.
70er Jahre Beginn der Partnerschaft mit der Gemeinde Fredersdorf bei Berlin/ DDR
1976 / 1977 Enstehung des dreiteiligen Wandbildes in der Bethelhalle im Gemeindhaus unter der Leitung von Herrn Heinz Krieg
15.01.1977 Abschiedsgottesdienst in der Matthäuskirche für Bischof Kurt Scharf
06-1977 17. Evanglischer Kirchentag in Berlin, Teilnahme von Jugendlichen am Fotowettbewerb “Einer trage des anderen Last”
1978 Beginn der Partnerschaft mit der Gemeinde Mosselbay/ Republik Südafrika
1979 – 1981 Herausgabe des alternativen Gemeindeblattes “Matthäus-Streusel” durch junge Gemeindeglieder (außerhalb des Verantwortungsbereiches des GKR), kostenlose Verteilung an Haushalte im Gemeindebereich
1. Advent 1980 100-Jahr-Feier anläßlich der Einweihung der Matthäus-Kirche
ab Feb. 1982 Erscheinen des “Matthäus-Treffpunktes” nach dem Zusammenschluß des “Matthäus-Boten” und des “Matthäus-Streusels”, kostenlose Verteilung an alle Haushalte im Gemeindebereich
1984 Umbau der Walcker-Orgel von 1958
07. – 11.06.1989 Teilnahme der Gemeinde am 23. Evangelischen Kirchentag in Berlin als eines von 16 thematischen Zentren unter dem Motto “Ökumene – Begegnung in Wort und Musik” (Eröffnungsgottesdienst / Abend der Begegnung / Veranstaltungen von morgens bis abends mit Teilnehmern aus der DDR und Afrika / Ausstellung)
Das Danksagungsfest der Berliner Landeskirche für die ehrenamtlichen Berliner Helfer beim Kirchentag findet in Matthäus statt.
1991 – 1992 Renovierung des Gemeindehauses, Asbestsanierung und Herrichtung des Gemeindesaales nach den Vorbildern von 1930
1994 Reparatur der Walcker-Orgel
20.05. – 05.10.1996 Kirchenrenovierung
Aufstellung wird vervollständigt (Stand 20.04.2006);
Ergänzungen und Anregungen bitte an Herrn Detlef Brüsse.