Beschreibung der Kirche

01.07.1877 Grundsteinlegung für die Kirche

Architekt: Königlicher Bauinspektor Emil Gette
Baufirma: Gebr. Schmidt aus Steglitz

28.11.1880 Einweihung

Der Bauplatz forderte eine von der üblichen Orientierung abweichende Anlage: Der Altar ist nach Nordwest, der Turm nach Südost gerichtet. Der Grundriß zeigt ein Kreuz, dessen Langhaus (einschließlich des schmaleren Altarraumes) 37 Meter lang ist, während das Querhaus eine Länge von 29 Metern hat. Die lichte Höhe beträgt 13,5 Meter. Die sogenannte “Vierung” (der zwischen den vier Schnittpunkten von Lang- und Querhaus liegende quadratische Raum) läßt aus den reichgegliederten Pfeilerprofilen die Rippen des Sterngewölbes mächtig aufsteigen und in einer Höhe von 20 Meter sich zusammenfinden. Ein stark betonter “Triumphbogen” führt zum Chor (Altarraum), der drei Stufen erhöht ist. Das Langhaus bis zum Turm ist genau so lang wie die Vierung, die Querarme des Kreuzes nur halb so lang. Dadurch macht die Kirche einen geschlossenen, zusammengefaßten Eindruck; sie wirkt nicht unähnlich einem Zentralbau. Die konstruktiven Teile sind in Ziegelfugenbau ausgeführt und die Fensterwände geputzt. Die in Holzwerk ausgeführten Orgel- und Seitenemporen fügen sich unauffällig dem großen Raum ein und beeinträchtigen seine Wirkung nicht….

Das Äußere der Kirche zeigt enge Anlehnung an die mittelalterliche märkische Backstein-gotik, wie man sie damals verstand. Der Turm ist 68 Meter hoch, der Helm alleine ohne Kreuz 20 Meter. Die Sparsamkeit zwang leider dazu, den Turm schlanker zu gestalten, als es beabsichtigt war. Er erscheint dadurch noch höher und ragt als Wahrzeichen des alten Steglitz weithin über die engen Hausfronten….

Der Baumeister der Kirche ist Landesbauinspektor Gette, die Ausführung erfolgte durch das Steglitzer Baugeschäft Gebr. Schmidt. Die Kosten betrugen, Stiftungen abgerechnet, rund 306.000 Mark. Daran beteiligte sich die Regierung als Patron mit rund 104.000 Mark. Den Rest schoß die politische Gemeinde der Kirchengemeinde vor.

Die Kirche besaß bis zum inneren Umbau 1957 1.012 feste Sitzplätze und Platz für 188 Stühle.

Ein Bau für 300.000 Mark
Näheres im Zentralblatt der Bauverwaltung vom 3.3.1883
14.08.1912 Weihe der 3 neuen Glocken (4.830 kg statt 1.455 kg), 1917 eingeschmolzen
01.03.1945 Bei einem Luftangriff werden fast alle Kirchenfenster durch Druckwellen zerstört.
1957 Kirchenrenovierung durch Architekt Dr. Gabler
1958 neue Orgel von Fa. Walcker, Stuttgart
1959 neue Altarfenster (anstelle der im Krieg zerstörten), als “Gedenken für Opfer unserer Zeit”. Entwurf und Ausführung: Erich Waske, Steglitz
1967 neue Fenster in den Seitenschiffen (Abendmahl und Taufe), Entwurf und Ausführung: Erhardt Klonk, Marburg
1984 Orgelumbau
1994 Orgelreparatur
20.05. – 05.10.1996 Innenrenovierung der Kirche
Aufstellung wird vervollständigt (Stand 21.04.2006)