Stele 13

Kirchhof

Ich will hier sterben, mein Herr ist bei mir
Martin Luther

Nahe am Sakralen erschien die Chance auf Erlösung am größten. Doch konnten sich nur  die Privilegiertesten und Wohlhabendsten ein Begräbnis innerhalb der Kirche leisten. Auf  dem Kirchhof galt: Je höher der Stand, desto näher  durfte man an der Kirche begraben werden.

Man ging davon aus, dass der  lieben Christen Tod nicht ein tod sondern nur  ein schlaff ist. Daher nannte man die Kirchhöfe Schlaffheuser. Nach der kirchlichen Konsistorialordnung von 1573 sollten sie umzäunt und mit  Türen  versehen werden, auf dass keine Schweine, Kühe oder  andere Viehe,  darauff kommen können. Verboten war,  dass darüber gefahren, oder  Mist noch ander  unflat, wie  bißhero geschehen, dahin geschüttet werde.

Heute befinden sich hier  noch Gräber  von alteingesessenen Bauernfamilien, besondere Grabstätten, z. B. die des Seidenraupenzüchters Johann Adolf Heese (1783–1862), Grabplatten von den 1945 in den letzten Kriegstagen Gefallenen sowie ein Gedenkkreuz für den Matthäuspfarrer und Mitglied der Bekennenden Kirche Lic. Theodor Moldaenke (1880–1947).

Dorfkirche mit Kirchhof (vermutlich 1874), rechts liegend die Grabplatte von Christoph Erdmann von Spiel
Um die alte  Dorfkirche Steglitz herum befand sich der Kirchhof, die Begräbnisstätte des Dorfes. Vermutlich hat man ihn  mit  dem Bau der Dorfkirche im 13. Jahrhundert angelegt.

Ab 1875 gab es an der Bergstraße den städtischen Friedhof. Seitdem fanden auf dem Kirchhof nur noch vereinzelt Begräbnisse statt.