Stele 2

Gemeindeschule

Zünd uns ein Licht an im Verstand
Martin Luther

Im ältesten Kirchenbuch der Gemeinde ist erstmals 1723 ein Schneider als Schulmeister erwähnt. Sein Wohnraum war  gleichzeitig Arbeits- und   Schulzimmer. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Lehrer für ihren Beruf ausgebildet. Oft stellte das Küsteramt eine zusätzliche Einnahmequelle für den Lehrer dar.

Der Unterricht beschränkte sich auf das Lesen, Schreiben, Rechnen, Gesang und religiöse Unterweisungen.

1826 wurde in Steglitz erstmals ein Schulhaus  mit  eigenem Unterrichtsraum für 100  Kinder erbaut. Schon 1855 musste es wegen  Baufälligkeit aufgegeben werden. Der Unterricht fand danach  in einer Fabriketage in der Albrechtstraße statt. Die Planung für eine eigene  Schule zog sich bis 1870 hin. Die Gemeindeschule  wurde neben  dem Kirchhof für vier Klassen  gebaut und 1871 eingeweiht.

Bis nach dem Ende des 2. Weltkriegs (1939–1945) stand auf dem heutigen Grünstreifen die 1871 erbaute Gemeindeschule.

Schulunterricht fand früher in den Klöstern statt. In den reformierten Ländern übernahm das dann  die evangelische Kirchengemeinde. Preußen führte 1717 die allgemeine Schulpflicht ein.

Steglitzer Ortskern um 1871

© Matthäusgemeinde
Links die 1880 errichtete Matthäuskirche, rechts der Anbau von 1877 und ein später  errichteter Seitenflügel.

Der Platz  für die Schüler  reichte schon bald  nicht mehr aus. So wurden zum Beispiel 1877 alleine 206  Schulanfänger neu aufgenommen.

 

Ausschnitt aus dem Bebauungsplan von 1896
1874 löste sich die Verantwortung für die Schule von der Kirche. Die Schulinspektion, die der Hilfsprediger Arthur Wuthenow innehatte, ging nun an einen  neu eingestellten Rektor über.

Matthäuskirche, Schulhaus, Rathaus