Stele 3

Grabplatte

Verleih uns Frieden gnädiglich
Martin Luther

Die Familie von Spiel besaß das Dorf Steglitz von 1517 bis 1713.

Christoph von Spiel war  einer der Grundherren, die 22 Jahre  nach Beginn der  Reformation im April 1539 in Teltow einhellig die Übernahme des evangelischen Glaubens  beschlossen und den brandenburgischen Kurfürst Joachim II. dazu bewegten. Am 1. November 1539 soll der Übertritt durch eine gemeinsame Abendmahlsfeier in evangelischer Form  in der St. Nikolaikirche in Spandau  erfolgt sein.

Das älteste erhaltene Denkmal in Steglitz ist die Grabplatte für Christoph Erdmann von Spiel. Sie befindet sich rechts an der Wand  im Portaldurchgang.  Im Kirchbuch wird dazu vermerkt: Er ward 1665 den 24 ten Sept. und also nach seines Vaters Tod zur Welt gebohren u. den 29 ten Sept. getauft. Er war  der letzte männliche Zweig von dem alten Adlichen Spiel‘schen Geschlechte, welches Henrici Aucupis Zeiten und also beynahe 800  Jahr in der Mark floriert hat. Denn er starb ohne  Erben 1713 den 27 ten Sept. Nachmittags um 5 Uhr, und den 28 ten dito des Abends mit  Fackeln  beygesetzt.
Rechts und links unten auf der Grabplatte sind  noch Andeutungen des väterlichen und mütterlichen Stammwappens zu erkennen.

Die Matthäusgemeinde besitzt eines der ältesten fortlaufend geführten Kirchenbücher von Berlin (1605–1810). In ihm  sind  die Daten  zu den Getauften und Gestorbenen, später zu den Hochzeiten und Konfirmationen verzeichnet.

Mit einem Abgabenbuch für die Pfarrer (1622–1683) und einem Rechnungsbuch (1701–1819) stellt es gleichzeitig eine Übersicht zur Entwicklung des Ortes und der kirchlichen Gemeinde Steglitz dar.

Ausschnitt des Stammbaums der Familie Spiel aus dem Steglitzer Kirchenbuch