Stele 4

Gemeindehaus

Nun freut euch, liebe Christen g’mein
Martin Luther

1930 wurde das Matthäusgemeindehaus fertig gestellt. Architekten waren Professor Otto Rudolf Salvisberg (1882–1940) und Rudolf W. Reichel.

Das U-förmige Gebäude richtet sich an der neugotischen Kirche von 1880 aus. Ein bis zum Dachgesims reichender Durchgang verbindet den Innenhof mit  der Schloßstraße.
Zusammen mit  dem alten Pfarrhaus steht das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz.
Von der Kirche aus betrachtet, sieht man auf der linken Seite den schlichten Wohn- und Verwal- tungstrakt. Rechts wird der repräsentative Teil mit  dem Gemeindesaal durch die großen Fenster und den sichtbaren Eingang  betont.

um 1930

Luftaufnahme 2006
Im Saaltrakt erhielt jeder der vier Pfarrer einen eigenen Konfirmandenraum. Der Gemeindesaal besaß neben  einem Filmvorführraum auch eine Orgel.
Auch die Diakonie erhielt eigene  Räume im Verwaltungstrakt: im Keller eine Lebensmittel- ausgabe  und eine Kleiderkammer, im 1. Geschoss eine Schwesternstation für die beiden Matthäus-Diakonissen.
Im 2. Weltkrieg dienten die Gemeinderäume 1943–1944 als Reservelazarett. Das ist noch anhand der Kreise an den Außenwänden zu erkennen.
Nach dem 2. Weltkrieg fanden hier  die ersten Unterrichtsstunden der neu gegründeten Evangelischen Schule Steglitz statt, später die Eltern-Kind-Gruppen und der Miniclub. Für einen Kindergarten reichte der Platz  nicht aus. Zunächst blieb er in der Birkbuschstraße und bezog  1966 einen Neubau in der Schützenstraße.