Stele 9

Pfarrhaus

Verleih uns Frieden gnädiglich
Martin Luther

1898 war  das Pfarrhaus fertig gestellt. Entworfen hatte es ein Mitglied des Gemeindekirchenrates, der technische Beamte Schneider. Der Backsteinbau sollte mit  seinen  architektonischen Formen eine optische Verbindung zur Kirche schaffen.

Bereits in der Zeit  vor der Durchsetzung des Zölibats im 12. Jahrhundert gab es im deutschsprachigen Bereich christliche Pfarrhäuser.

Das evangelische Pfarrhaus, das mit  der Reformation entstand, steht für einen entscheidenden Einschnitt in der europäischen Kulturgeschichte: Man sah in der Pfarrfamilie gleichermaßen eine weltliche wie  eine heilige Familie.

© Matthäusgemeinde
Erst 1893 erhielt das Dorf Steglitz eigene evangelische Pfarrer – mit  der Berufung von Arthur Wuthenow (1893–1905) und Dr. Oskar Bogan (1893–1918).

Bis dahin wurde die Gemeinde von den Pfarrern aus Giesensdorf betreut.

Obgleich Martin Luther nie das Amt  eines Pfarrers bekleidete, wird gemeinhin  das evangelische Pfarrhaus mit  dem Hause Luther in Verbindung gebracht. Namhaftes Vorbild für die Rolle einer Pfarrfrau war Luthers Ehefrau Katharina von Bora.

Martin Luther, 1529 Katharina von Bora, 1529

Das Pfarrhaus in Matthäus war  auch immer ein offenes Haus. Im Hochparterre lag bis zum Bau des Gemeindehauses 1930 der Konfirmandensaal. Gemeindegruppen trafen sich bis in die 1970er Jahre  im Wohnzimmer der Pfarrer.

Bis 2010 bewohnten zwei Pfarrfamilien das Haus in der Rothenburgstraße 32.

Im gesamten Kellerbereich befinden sich heute Jugendräume.